Sammelbilder WM-Kunst: Tschuttiheftli vs. Panini

(Foto: Panini; tschutti heftli)

Eine schöne Alternative zum WM-Politkommerz - die Fußball-Sammelbilder für Schweizer Tschuttiheftli von 500 Künstlern aus aller Welt.

Von Gerhard Matzig

Zum Beispiel Luka Modrić, auf den an diesem Samstag die Hoffnungen der Kroaten im WM-Spiel gegen Nigeria ruhen. Wer den Fußballer, den man zu den großen Mittelfeldgenies der Welt zählt, im klassischen Panini-Heft gesammelt hat, der hat jetzt einen Modrić (oben links). Immerhin. Auch wenn man sagen muss, dass dieser Modrić aussieht, als habe jemand Derek Longmuir von den frühen Bay City Rollers in ein rot-weiß-kariertes Küchentuch gewickelt und dann im Passautomaten am Münchner Ostbahnhof vergessen.

Dagegen ist der Modrić (oben rechts) aus dem konkurrierenden "Tschuttiheftli" eine Offenbarung. Das Porträt des Fußballers stammt nämlich nicht vom Passautomaten, sondern vom Illustrator Mario Miles Wyler. Und wunderbarerweise zeigt das Bild des Künstlers aus Sankt Gallen als Hommage auf das ewige Stirnband des Fußballers schon mal das, was ein sehr entspannter Modrić machen könnte, sollte Kroatien früh ausscheiden: einfach mal gelassen abtauchen.

Da in diesen Tagen der Putin-WM in der Demokratur Russland viel darüber gesprochen wird, den zum Politkommerz degradierten Fußball einfach mal zu boykottieren, so vom Sofa aus: Alternativ könnte man auch die wunderbaren Tschuttiheftli aus der Schweiz konsumieren. Die Sticker der Fußballer wurden von mehr als 500 Künstlern aus aller Welt produziert - und ein Teil vom Erlös kommt einem guten Zweck zugute. Tschutti ist in der Schweiz das Wort für das englische "shoot" - und meint die Kunst des Kickens.