Wüsste man nicht, dass der Intendant gefeuert wurde, könnte man von ganz normalen Salzburger Festspielen sprechen. Vielleicht sogar von besonders reiz- und anspruchsvollen, denn bisher rangiert das künstlerische Programm zwischen hochinteressant und höchst aufregend. Georges Bizets „Carmen“ etwa mit der fantastischen Asmik Grigorian unterläuft düster-todesschwanger jedes folkloristische Klischee dieser sattsam bekannten Oper. Trotz der herausfordernden Tanz- und Körperregie von Gabriela Carrizo („Peeping Tom“) gibt es auf diese Produktion einen irrsinnigen Run, und auch das gesellschaftliche Drumherum läuft wie am goldenen Schnürl.
Salzburger Festspiele„Nur einen Sommer gönnt, ihr Gewaltigen!“
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Philipp Hochmair (Mitte) spielt auch dieses Jahr wieder den Jedermann bei den Salzburger Festspielen.
Barbara Gindl/APA/dpaEin nackter Jedermann, ein geschasster Intendant und eine Frau, die den Laden am Laufen hält: ein Report von den Salzburger Festspielen. Erstmals äußert sich auch der abservierte Markus Hinterhäuser.
Von Christine Dössel
