Klassik- und TheaterfestivalKarin Bergmann übernimmt Leitung der Salzburger Festspiele

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Karin Bergmann im Jahr 2022
Karin Bergmann im Jahr 2022 Rudi Gigler/IMAGO

Nach einem heftigen Führungsstreit wird eine Theaterexpertin aus dem Ruhrgebiet Übergangs-Intendantin in Salzburg. Erstmals leitet eine Frau das künstlerische Programm des renommierten Festivals.

Nach einem Streit um die Führungskultur bei den Salzburger Festspielen übernimmt die Theatermanagerin Karin Bergmann vorläufig die künstlerische Leitung des großen Festivals. Wie das Festspiel-Kuratorium mitteilte, folgt die aus dem Ruhrgebiet stammende Bergmann als Übergangsintendantin auf Markus Hinterhäuser, der die renommierten Festspiele nach einem Konflikt mit dem Aufsichtsgremium verlassen hatte.

Bergmann ist die erste Frau an der Spitze des österreichischen Opern-, Konzert- und Theaterfestivals. Sie hatte von 2014 bis 2019 das Wiener Burgtheater geleitet. Aktuell ist sie bei den von den Salzburger Festspielen unabhängigen Salzkammergut Festwochen in Gmunden für Theater und Literatur zuständig.

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Die Salzburger Festspiele hatten sich Ende März von ihrem langjährigen Intendanten Hinterhäuser getrennt, nachdem ein Streit zwischen ihm und dem Aufsichts-Kuratorium wegen seines Führungsstils eskaliert war.

Neue Intendantin will „Kultur von Würde, Respekt und Vertrauen“

Während das Gremium Hinterhäusers dauerhafte Nachfolge klärt, übernimmt Bergmann voraussichtlich bis 2027 die Leitung. „Dabei sind mir Sorgfalt, Verlässlichkeit und eine Kultur von Würde, Respekt und Vertrauen besonders wichtig“, sagte sie in einer Mitteilung des Kuratoriums. Bergmann werde mit Empathie, Menschenkenntnis und Erfahrung für eine zeitgemäße Unternehmenskultur bei den Festspielen sorgen, sagte Karoline Edtstadler, die Vorsitzende des Gremiums und Regierungschefin des österreichischen Bundeslandes Salzburg.

Die Beziehung zwischen Hinterhäuser und dem Kuratorium war letztlich an seiner Suche nach einer Theaterchefin oder -chefs für die Festspiele zerbrochen. Das Aufsichtsgremium forderte ein formelles Auswahlverfahren, doch Hinterhäuser nannte Bergmann als eine Favoritin für diese Rolle, obwohl sie sich keinem Hearing gestellt hatte. Das Kuratorium kritisierte daraufhin Hinterhäuser – nicht wegen seiner Präferenz für die anerkannte Theaterexpertin, sondern wegen seiner Vorgehensweise.

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