Soll die erste große Festspielpremiere Salzburgs das Publikum überraschen, überwältigen, verstören? Georg Friedrich Händels große Oper „Giulio Cesare in Egitto“ von 1724 ist zum Kriegsdrama geworden, Sex and Crime mit Cäsar und Kleopatra auf Barock. Verworren nah, schockierend brutal, bei aller Schönheit der Musik. Keine Bühne für nette Pappkameraden als Herrscher Roms und Ägyptens. Hitzköpfige Menschen von heute bevölkern opernstundenlang ein Kellergewölbe. Ein gelungenes Bühnenbild: der Bunker ihrer Intrigen und Verbrechen, Rache- und Liebesträume.
Salzburger FestspieleO, mein Cäsar, wie geht es dir wirklich?
Lesezeit: 3 Min.

So sieht Cäsar heute aus: Christophe Dumaux (Giulio Cesare) zusammen mit Olga Kulchynska (Cleopatra).
Monika RittershausHändels Oper „Giulio Cesare in Egitto“ wird in Salzburg zum psychologischen Beziehungsdrama.
