Salzburger Festspiele Ekstase

Jetzt hat Intendant Markus Hinterhäuser das Programm für seine zweite Saison 2018 bekannt gegeben - und setzt dabei wie schon dieses Jahr auf große Regiestars.

Von Christine Dössel

"Ungeheuer ist viel und ungeheurer nichts als der Mensch", zitieren die Salzburger Festspiele Sophokles, um ihr Programm für 2018 zu überschreiben. Im Mittelpunkt der zweiten Festspielausgabe unter dem Intendanten Markus Hinterhäuser stehen "Werke der Passion, der Leidenschaft und der Ekstase" - Werke wie die "Salome" von Richard Strauss, die der gestrenge Italiener Romeo Castellucci inszenieren wird, mit Franz Welser-Möst am Pult. Oder Hans Werner Henzes 1966 in Salzburg uraufgeführte Oper "Die Bassariden", die in der Regie von Krzysztof Warlikowski dem Dirigat von Kent Nagano anvertraut wird. Mariss Jansons dirigiert die Wiener Philharmoniker, wenn Hans Neuenfels Tschaikowskis "Pique Dame" in Szene setzt, und der Belgier Jan Lauwers macht sich mit seiner Needcompany an Monteverdis "L'incoronazione di Poppea". Zur Eröffnung gibt es freilich Gefälligeres: Die US-Regisseurin Lydia Steier erarbeitet eine neue "Zauberflöte", dirigiert von Constantinos Carydis.

Im Schauspiel erfüllen Aischylos' Uralt-Tragödie "Die Perser" in der Regie von Ulrich Rasche und Kleists "Penthesilea" in einer Zwei-Personen-Version von Johan Simons (mit Sandra Hüller und Jens Harzer) die Festspiel-Losung vom Abgründigen, Ekstatischen. Auf der Perner-Insel wird sich Frank Castorf durch Knut Hamsuns Roman "Hunger" schlagen, und Dušan David Pařízek adaptiert David Grossmans Roman "Kommt ein Pferd in die Bar".