Instrumentaltheater: Hundert Metronome stehen verteilt auf dem Podium des großen Mozarteum-Saals rund um den Flügel. Die Türen zur Bühne öffnen sich, heraus eilen drei Herren in Schwarz, darunter der Pianist Pierre Laurent Aimard und zwei hochgewachsene Damen in leuchtendem Rot, Mitglieder des Minguet Quartetts, und setzen die Geräte in Bewegung. Jedes ist im Tempo anders eingestellt, sie ticktacken, bis das jeweilige Uhrwerk abgelaufen ist. Ein mechanistisch-dadaistischer Scherz noch dazu mit frech romantischem Titel "Poème symphonique". Aber statt Maschinenlärm die völlig unmechanische Naturassoziation von prasselndem Regen, von Böen, die das Geschehen hin und her wehen. Plötzliches Synchronticktack, das sofort wieder auseinanderstrebt, Großrhythmen tauchen auf und verschwinden, langsam lässt der Regen nach, bis das letzte, besonders langsam eingestellte Metronom hin und her knackt, alle fixieren es gebannt und erwarten das letzte Tack.
Ligeti in SalzburgKlassiker der Widerborstigkeit
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Die Salzburger Festspiele widmen dem großen ungarischen Komponisten György Ligeti, der in diesem Jahr hundert Jahre alt geworden wäre, eine Konzertreihe - ein Ereignis.
