Es geht viel ums Sterben in Salman Rushdies neuem Erzählungsband „Die elfte Stunde“. Das ist zunächst kein Wunder. Im August 2022 hatte ein islamistischer Attentäter mehrmals auf ihn eingestochen, als er im Bundesstaat New York auf einer Bühne saß und eigentlich über verfolgte Künstler sprechen wollte. Rushdie überlebte den Angriff mit einiger Not, das Messer traf ihn unter anderem im Gesicht, heute ist Rushdie auf einem Auge blind. Ein Wunder ist in diesem Zusammenhang deshalb unbedingt doch der durchweg furchtlose und geradezu heitere Ton, den diese Geschichten jetzt anschlagen. Es ist, auch dies, ein später Sieg über den Attentäter, der kürzlich zu 25 Jahren Haft verurteilt worden ist.
LiteraturSpiel mir das Lied vom Tod
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Der Erzählband „Die elfte Stunde“ versammelt Salman Rushdies erste literarische Arbeiten nach dem Attentat. Sie zeigen einen Weltautor im fortgeschrittenen Alter − und bei allerbester Laune.
Von Felix Stephan
