Eine Ungeheuerlichkeit. Macht man nicht. Bei der Ausstellung einer fotografierenden Künstlerin hängt man kein eigenes Bild dazu. Trotzdem spüre ich diese Versuchung bei den herrlichen Bildern von Brigitte Kraemer. Ihre Bildausschnitte sind Szenen aus dem Ruhrgebiet. So echt, mein innerer Einheimischer spielt sofort mit. Ich höre eine Tonspur, die es gar nicht gibt. Bei der Kioskbesitzerin, der Brigitte Kraemer mit der Kamera von hinten über die Schulter schaut. Die Frau könnte Ursel heißen. Der zweisilbige Name lässt sich gut im hinteren Gurgelbereich formen. Da, wo die Worte von Ruhrgebietlern ins Derbe verschliffen werden. Meine Friseurinnenmutter spricht hier aus dem Himmel mit und sagt zu Ursels zerfransten Nackenhaar auf dem Foto: „Dasse mir so abba nich auffe Straße gehst“.
Deutsche MentalitätDeutschland? Schön!
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ARD und ZDF sollten ihre Talkshows aus Dortmund senden statt aus Berlin: Schon gäbe es Cooleres zu reflektieren als Eigenheimbesitzer aus Brandenburg, die genug haben von der Demokratie. Eine Ode an den Westen der Republik.
Gastbeitrag von Jörg Thadeusz

Rechtsextremismus:Den werden sie nicht so schnell los
Die AfD will Alexander Eichwald aus der Partei werfen – müsste sich dafür aber erst einmal entscheiden, ob sie ihn als Nazi oder als linken Infiltrator attackieren will. Über ein denkwürdiges Kapitel der innerparteilichen Demokratie.
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