Das Patriarchat sieht hier aus wie etwas, an dem es nicht viel zu deuten gibt. Es ist ja auch nicht das bröckelnde von heute, das um sein Leben hated, Macht behauptet und Glaubwürdigkeit verliert. In diesem Film ist eindeutig, wer Herr ist und was sich gehört. Wirkt altertümlich, aber der Effekt ist paradox: Will man das uralte Schicksal des Mann- oder Frauseins, mit dem wir uns bis heute in schrillen Debatten herumschlagen, einmal still und klar in seine Einzelteile zerfallen sehen, muss man jetzt ins Kino gehen und „Rose“ anschauen.
KinoSie wollen ihr die Hose runterziehen
Lesezeit: 5 Min.

In Markus Schleinzers grandiosem Film „Rose“ spielt Sandra Hüller eine Frau im 17. Jahrhundert, die vorgibt, ein Mann zu sein. Eine Geschichte, wie gemacht für die Geschlechterdebatten unserer Zeit.
Von Marie Schmidt
