Münchener Musiktheaterbiennale:Klagegesänge übers Mittelmeer

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Die aus Rom stammende Komponistin Lucia Ronchetti sollte eine Oper über das sehr heutige Thema Migration schreiben - und bediente sich dafür bei einem Stoff aus der Antike. (Foto: Christiane Keller)

Die Münchener Musiktheaterbiennale eröffnet mit der Migrantenoper "Searching for Zenobia" von Lucia Ronchetti. Wer ist diese Ausnahmekomponistin?

Von Reinhard J. Brembeck

Die Komponistin Lucia Ronchetti kann aus kleinsten Versatzstücken ein Maximum an Farben, Wirkungen, Virtuosität und Sturm entfachen. 1963 in eine kinderreiche und keineswegs begüterte Großfamilie in Rom hineingeboren, wies nichts darauf hin, dass sie Komponistin werden würde, die Eltern hätten sie lieber als Juristin oder Ärztin gesehen. Ronchetti ist eine elegante Frau voller Kraft und Energie, die Augen sprühen, sie erzählt begeistert, in einem das Italienische im Prestissimo bedienendem Singsang. Mit sechzehn kam die Krise: Was machen im Leben? Es gab in der Nachbarschaft zwei verarmte Musiker, deren Wohnung war vollgestopft mit Instrumenten, eine Insel der Seligen. Dann hörte Ronchetti im Radio "Aura" von Bruno Maderna, der Mann war eine Lichtgestalt als Komponist, als Dirigent, als Lehrer. Das in Weltraumklängen herb schwebende Stück überwältigte Ronchetti. Da wusste sie: Ich werde Komponistin.

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