bedeckt München 16°

Romy Schneider zum 70.:Die Unsterbliche

Für die einen wird sie immer "Sissi" bleiben, für die anderen macht ihr privates Unglück sie zur perfekten Projektionsfläche. Am 23. September 2008 wäre Romy Schneider 70 Jahre alt geworden. Bilder einer zerbrechlichen Diva.

18 Bilder

Romy Schneider

Quelle: SZ

1 / 18

Der Mythos "Romy Schneider" ist unsterblich - wohl auch, weil sich die große Schauspielerin privat nie für eine Rolle entscheiden konnte. Romy Schneider war die Männer verschlingende "Femme fatale" auf der Suche nach häuslicher Geborgenheit, die Emanzipierte mit dem Hang zu Machos und die Depressive voll kindlicher Lebensfreude. "Ich kann nichts im Leben, aber alles auf der Leinwand", hat sie einmal über sich selbst gesagt. Ihr früher Tod an "gebrochenem Herzen" im Alter von 43 Jahren nach tragischem Leben machte sie vollends zur Legende. Am 23. September 2008 wäre die als Kaiserin "Sissi" bekanntgewordene Actrice 70 Jahre alt geworden.

Foto: dpa

romy schneider

Quelle: SZ

2 / 18

Romy Schneider, mit bürgerlichem Namen Rosemarie Magdalena Albach-Retty, wurde am 23. September 1938 in Wien geboren und starb am 29. Mai 1982 in Paris.

Foto: AP

magda schneider wolf albach-retty

Quelle: SZ

3 / 18

Romy war Tochter des Schauspieler-Ehepaars Magda Schneider und Wolf Albach-Retty. Nach deren Scheidung im Jahre 1945 lebte Romy Schneider bei ihrer Mutter.

Foto: AP

Rosa Albach-Retty, Archiv/Scherl

Quelle: SZ

4 / 18

Mit ihrer Film- und Fernsehkarriere setzte Romy die Schauspieltradition in ihrer Familie fort: Ihre Großmutter, Rosa Albach-Retty, spielte bis zu ihrem 84. Lebensjahr am Wiener Burgtheater. Mit zarten 15 Jahren hatte Romy ihr Filmdebüt in "Wenn der weiße Flieder wieder blüht". Treibende Kraft hinter der früh startenden Film-Karriere ...

Foto: Archiv/Scherl

Romy Schneider mit ihrer Mutter Magda 1954 in Hamburg, dpa

Quelle: SZ

5 / 18

... der jungen Romy Schneider war ihre ehrgeizige Mutter Magda. Zu ihrer dominanten und in ihrer Kindheit häufig abwesenden Mutter verbindet sie lebenslang ein enges, wenn auch nicht spannungsfreies Verhältnis. 1953 startet sie dann an deren Seite ihre Film-Karriere. Das Bild zeigt die 26-jährige Romy mit Magda in Hamburg im Jahre 1954.

Foto: dpa

Sissi Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

6 / 18

In wenigen Jahren wurde Romy zu einer der beliebtesten Filmschauspielerinnen. Dies verdankte sie vor allem der Sissi-Trilogie zwei Jahre nach ihrem Leinwanddebut, die ein Kassenschlager war. Als unschuldig-schöne Kaiserin Elisabeth fesselte sie das Publikum erstmals mit ihrer unvergleichlichen Ausstrahlung aus Kindlichkeit, Unschuld und tiefer Empfindungsfähigkeit, der sie später noch eine flirrende Erotik hinzufügt.

Foto: dpa

Romy Schneider Sissi, dpa

Quelle: SZ

7 / 18

Die Rolle der österreichischen Jungkaiserin Sissi legte die junge Schauspielerin jedoch auf das Image des süßen Mädchens fest. Verzweifelt versuchte Romy Schneider das Bild, das die Öffentlichkeit von ihr hatte, zu revidieren.

Foto: dpa

Romy Schneider als Mädchen in Uniform, dpa

Quelle: SZ

8 / 18

Romy als "Mädchen in Uniform" im Jahr 1958. Die deutsche Presse gönnt ihr den Wandel nicht, sie will die ewig junge und süße Romy. 1959 floh sie vor der Regenbogenpresse und ihrem Liebmädchen-Image nach Paris, .... Foto: ap

Romy Schneider mit Alain Delon, dpa

Quelle: SZ

9 / 18

wo sie sich mit ihrem Kollegen Alain Delon verlobte.

Foto: dpa

Romy Schneider mit Alan Delon, AP

Quelle: SZ

10 / 18

Das verliebte Paar kurz nach der Verlobung 1959. Für Fotografen wiederholten sie ihren Verlobungskuss. Doch das Glück sollte nicht lange währen: Fünf Jahre später folgte die Trennung.

Foto: AP

Romy Schneider in Ludwig II, dpa

Quelle: SZ

11 / 18

In Frankreich gelingt ihr, das Sissi-Image los und als erwachsene und erotische Frau wahrgenommen zu werden.

Romy 1972 in "Ludwig II." Foto: dpa

Romy Schneider mit Klaus Kinski in Nachtblende, dpa

Quelle: SZ

12 / 18

Keine Spur mehr von "Sissi", sondern kraftvoll und ausdrucksstark: Schneider und Kinski in "Nachtblende" (1974).

Foto: dpa

Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

13 / 18

In den 1960er und 1970er Jahren arbeitete Romy Schneider manisch und drehte international erfolgreiche Filme mit den großen Regisseuren der Zeit, mit Luchino Visconti, Orson Welles, Otto Preminger und vor allem Claude Sautet. Sie sei viel älter, als sie wüsste, habe eine Tiefe, eine Jungfräulichkeit und auch Sünde in ihrem Wesen, das unglücklichen Männern keine Furcht mache, soll Visconti zu ihr gesagt haben.

Foto: dpa

Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

14 / 18

Der Kampf gegen das Sissi-Image und die negative Presse in Deutschland zehrten an Romy Schneider. Dem Erfolg auf der Leinwand stand die Tragödie im Privaten gegenüber. Nach der Trennung von Delon heiratete sie den Schauspieler und Regisseur Harry Meyen, mit dem sie einen Sohn, David, hatte. 1975 ließ sich das Ehepaar scheiden.

Foto: dpa

Sarah Biasini, AP

Quelle: SZ

15 / 18

Bereits im folgenden Jahr heiratete sie ihren ehemaligen Sekretär, Daniel Biasini. Aus der Ehe, die nicht lange währte, stammt ihre Tochter Sarah Magdalena - hier im Jahre 2004.

Foto: AP

Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

16 / 18

"Romy ist die projektierte Verkörperung aller deutschen Frauenklischees der Nachkriegs-Jahrzehnte: von der Jungfrau über das Luder bis hin zur reuigen Mutter. Das hatte auch sie selbst klarsichtig erkannt und immer wieder versucht, sich davon zu befreien", notiert ihre Biografin Alice Schwarzer. Schneider bekannte sich im Magazin Stern öffentlich zu einer damals in Deutschland verbotenen Abtreibung und ließ Nacktfotos im Playboy drucken. Auch ihre Tabletten- und Alkoholsucht drang an die Öffentlichkeit.

Foto: dpa

Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

17 / 18

Im Juli 1981 dann der schwere Schicksalsschlag: Im Juli 1981 stürzt ihr Sohn David aus der Ehe mit dem Schauspieler Harry Meyen im Alter von 13 Jahren in das Eisengitter eines Gartenzaunes und stirbt. Die physisch wie psychisch erschöpfte Mutter überlebt ihr Kind nicht mal ein Jahr: Im Mai 1982 stirbt Romy Schneider im Alter von 43 Jahren an Herzversagen.

Foto: dpa

Romy Schneider, dpa

Quelle: SZ

18 / 18

Doch selbst dann kehrt nicht die von ihr so herbeigesehnte Ruhe ein: Die Medien stilisieren ihr Ableben als einen "Tod an gebrochenem Herzen", mutmaßen einen möglichen Selbstmord, und es hagelt Analysen einer Frau, die zeitlebens so widersprüchlich war. "Zu viele mörderische Faktoren haben ihr die Kraft zum Weiterleben geraubt: der Schmerz um David, die Folgen der Nierenoperation, die Schwächung durch zwanzig Jahre Hungerkuren, der Alkohol, die Tabletten - und die Überdosis Weiblichkeit", schreibt Alice Schwarzer. Die zerbrechliche Diva Romy Schneider wäre am 23. September 70 Jahre alt geworden.

Foto: dpa

Zur SZ-Startseite