Salzburger Festspiele:Der Fallensteller

Don Giovanni
Salzburger Festspiele 2021

Zu den verführungskünstlerischen Hilfsmitteln und Symbolbildern, die Romeo Castellucci seinem Don Giovanni in Vielzahl angedeihen lässt, zählt auch diese in der Luft leerlaufende Kutsche.

(Foto: Ruth Walz/Salzburger Festspiele)

Romeo Castellucci, Regisseur des aktuellen Salzburger "Don Giovanni", schafft so betörende wie verstörende Bilderwelten. Als Provokateur sieht er sich jedoch nicht. Eine Begegnung.

Von Christine Dössel

Romeo Castellucci ist als Person bei Weitem nicht so ernst und unnahbar, wie man das vermuten würde. Seine Inszenierungen sind strenge, intellektuell und konzeptuell scharf gedachte Kunstinstallationen, in denen Humor allenfalls in homöopathischen Dosen vorkommt. Das lässt auf eine gewisse Kühle schließen. Auf Porträtfotos hat der italienische Regisseur oft etwas geradezu Kunstpriesterliches. Sagt man ihm das, wehrt er händefuchtelnd ab: Nein, Hilfe, mit solchen Zuschreibungen könne er nichts anfangen. "Ich hasse das, dieses Bild vom Künstler als Priester, der womöglich das Mysterium des Lebens kennt." Er sei vielmehr "ein Clown". Castellucci präzisiert: "Ein weißer Clown - einer, der weint."

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