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Filmpreis:Führung der César-Akademie tritt zurück

Am 28. Februar sollte die Césarverleihung (hier ein Bild von 2014) stattfinden. Ob es dazu kommt, ist vorerst offen.

(Foto: THOMAS SAMSON/AFP)

Unter anderem, weil Roman Polanskis Film "Intrige" zwölf Mal nominiert ist. Es solle der Weg freigemacht werden für eine Erneuerung, teilt das Gremium mit.

Die Führung der Akademie für den französischen Filmpreis César hat ihren kollektiven Rücktritt angekündigt. Es solle der Weg freigemacht werden für eine Erneuerung, berichtete die französische Nachrichtenagentur AFP unter Berufung auf eine Mitteilung der Akademie.

Der Rücktritt erfolgt unter anderem aufgrund eines Streits um Regisseur Roman Polanski, dessen neuer Film "Intrige" zwölf Mal nominiert ist. Aber auch zu wenige nominierte Filme von Frauen und intransparente Auswahlverfahren innerhalb der Akademie haben laut Le Monde zu dem Schritt geführt.

Der César ist Frankreichs nationaler Filmpreis, benannt nach dem Bildhauer César Baldaccini, und soll am 28. Februar verliehen werden. Der Preis wird seit 1976 verliehen. Kulturminister Franck Riester reagierte zurückhaltend. Die César-Akademie sei privatrechtlich organisiert, bekomme keine öffentlichen Gelder und solle ihre Unabhängigkeit bewahren, teilte er via Twitter mit. Die neue Führung sollte es ermöglichen, das französische Kino in seiner ganzen Vielfalt zu zeigen.

Polanskis Film "Intrige" steht schon länger in der Kritik. Im November war es bei einer Premiere in Paris zu Protesten gekommen, mehrere Frauen blockierten den Zugang zu einem Kino. Die Fotografin und Schauspielerin Valentine Monnier hatte Polanski in einem Medienbericht beschuldigt, sie 1975 vergewaltigt zu haben. Polanskis Anwalt wies das zurück.

Polanskis Film handelt von dem jüdischen elsässischen Offizier Alfred Dreyfus, der 1894 zu Unrecht wegen Landesverrats verurteilt wurde. Die Dreyfus-Affäre war einer der größten Justizirrtümer Frankreichs.

© SZ.de/dpa/cag
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