An zwei Tagen des Jahres scheint die Sonne so durch das Oculus, die kreisförmige Öffnung in der Kuppel des Pantheon, dass für eine dramatische Minute um die Mittagszeit das gleißende Licht auf die Person im Eingang fällt, nur auf sie: Welch eine Inszenierung, so konstruiert von den Architekten des römischen Imperiums, vor beinahe 2000 Jahren. Immer Anfang April und Anfang September ist das, idealerweise am 4. des jeweiligen Monats, Feiertage im alten Rom. Es war der Kaiser Hadrian, der von 117 bis 138 regierte und mit dem der britische Historiker Edward Gibbon den „Goldenen Herbst“ des Reiches beginnen lässt, der sich hier als Erster sonnengeflutet präsentiert hat.
Vor dem Filmstart von „Gladiator 2“Daumen hoch, Daumen runter
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Angeblich denken Männer mehrmals täglich ans alte Rom - und mussten ganze 24 Jahre auf eine Fortsetzung von "Gladiator" warten. Warum faszinieren die Machtkämpfe noch heute? Eine Spurensuche an Ort und Stelle.
Von Marc Beise, Rom
