Ausstellung:Künstliche Paradiese

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Die Venus von Lucas Cranach dem Älteren, entstanden um 1530, Öl auf Holz, umgackert von Benedikte Bjerres Arbeit „Lisa’s Chicken (Farm Life / German Version)“. (Foto: Herzog Anton Ulrich-Museum, Foto: Claus Cordes; Benedikte Bjerre, Foto: Marek Kruszewski)

Das Kunstmuseum Wolfsburg zeigt in „Welten in Bewegung“ Stücke seiner beachtlichen, mit Geld von Volkswagen finanzierten Sammlung – und beweist, dass es seine Rolle in der Kunstwelt gefunden hat.

Von Alexander Menden

In Form einer marmornen Büste blickt der römische Kaiser Hadrian in den Raum. Er musste viele Rollen spielen, war Heerführer, Herrscher, Priester und Gott. Die Gegenwart des bärtigen Kaisers in steinerner oder metallener Form überall im Imperium war ein Propagandamittel, das Permanenz, Stabilität, ja Unsterblichkeit signalisierte. Vis-à-vis tropft es: Der Künstler Christian Keinstar hat seinen eigenen Kopf aus Gallium nachgegossen. Das seltene Halbmetall schmilzt bereits bei 29,76 Grad Celsius. Peu à peu fallen Teile der Skulptur durch einen erwärmten Gitterrost herab, bis irgendwann nichts mehr davon übrig ist. „Simplifikation“ heißt die Arbeit des gebürtigen Polen von 2017. Sie verkehrt das Selbstporträt aus einem Emblem der Dauer in ein Symbol der Vergänglichkeit.

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