KinoWie man Milliardärinnen ausbeutet

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Isabelle Hupperts Figur Marianne Farrère (links) hat die Boshaftigkeit zu einer reizvollen Kunstform heranreifen lassen, einfach, weil sie es kann.
Isabelle Hupperts Figur Marianne Farrère (links) hat die Boshaftigkeit zu einer reizvollen Kunstform heranreifen lassen, einfach, weil sie es kann. Neue Visionen

Eine fantastische Isabelle Huppert spielt „Die reichste Frau der Welt“, nach einem realen Skandal um die L’Oréal-Erbin Liliane Bettencourt. Die Mechanismen der Macht lassen sich hier fast wie am lebenden Objekt studieren.

Von Susan Vahabzadeh

In die Ära unzurechnungsfähiger Milliardäre passt Thierry Klifas Film „Die reichste Frau der Welt“ gleichzeitig hinein und auch wieder nicht. Seine superreiche Heldin ist charmant, bemitleidenswert in ihrer entrückten Einsamkeit. Elon Musk, der Epstein-Skandal und mutmaßlicher Insider-Handel an den Börsen sind nicht unbedingt ein guter Nährboden für Zuneigung und Empathie. Klifas Doppelbödigkeiten und moralische Zweifel, nicht zuletzt das grandiose Spiel von Isabelle Huppert können aber mehr. Die Mechanismen, die ein Zuviel an Macht und ein Zuwenig an Widerspruch auslösen, lassen sich hier ausführlich studieren, fast wie am lebenden Objekt.

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