bedeckt München

Klassik:Renaissance-Musik

So klingen also die Schimären des Priesters Clément Janequin.

(Foto: Xasax)

"Mutations" sind ein Vokalensemble, ein Saxophon-Quartett und "ein Tittchen, weißer als ein Ei".

In seinem Romanzyklus "Gargantua" erfindet der Renaissancedichter Rabelais die fantastische Abtei Thélème, in welcher der Hedonismus, die Kunst und die Freiheit gefeiert werden. Knapp 500 Jahre später gründete Jean-Christophe Groffe in Basel ein Vokalensemble gleichen Namens, also Thélème. Mit dem widmet er sich der Renaissance-Musik, denkt das Alte weiter, kommentiert, verarbeitet. Auf der jüngsten CD, "Mutations", drängen sich zeitgenössische Kompositionen zwischen die Chansons von Clément Janequin, variiert das Saxophonquartett Xasax den Vokalsatz, der vor Leben überbordet. Marktgeschrei in Paris, eine turbulente Jagd, Kriegsgetöse und: ein "Tittchen, weißer als ein Ei". Gefolgt von alten "Brüsten von der Länge eines Darms". Saukomisch und sehr elegant. Janequin war übrigens Priester.

© SZ
Zur SZ-Startseite