Reich-Ranicki vs. Suhrkamp "Es ist eine Qual"

Immer diese Kämpfe: Marcel Reich-Ranicki kehrt dem Suhrkamp Verlag den Rücken. Der Kritiker zieht damit die Konsequenz aus Streitigkeiten mit Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz.

Der Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki hat seine jahrzehntelange Zusammenarbeit mit dem Suhrkamp Verlag im Streit mit der Verlegerin Ulla Unseld-Berkéwicz aufgekündigt.

Als älterer Mensch könne Marcel Reich-Ranicki auf Streitereien verzichten - sagt er.

(Foto: Foto: ddp)

Für eine neue Serie über große Autoren habe er, so Reich-Ranicki gegenüber der Nachrichtenagentur dpa, den Verlag gewechselt. Damit bestätigte er einen Bericht des Magazins Cicero (Dezemberausgabe). Ein erster Band "Mein Schiller" werde noch in dem zu Suhrkamp gehörenden Insel-Verlag erscheinen. Die weiteren fünf Bände bei Hoffmann und Campe.

Reich-Ranicki sagte, er fühle sich von Suhrkamp "schlecht behandelt". Er habe Ulla Unseld-Berkéwicz gebeten, das Buch "Mein Schiller" freizugeben, damit es in dem Hamburger Verlag erscheinen könne. Die Verlegerin habe auf den Vertrag verwiesen und sich geweigert. "Mit ihr zu tun zu haben, ist eine Qual", sagte der Literaturkritiker. "Ich bin ein älterer Mensch. Ich brauche keine Kräche. Aber sie braucht sie."

Gleichzeitig lobte der 88-Jährige die Zusammenarbeit mit dem 2002 gestorbenen Ehemann von Unseld-Berkéwicz, Siegfried Unseld: "Meine Zusammenarbeit mit Unseld war immer sehr gut."

Der Kritiker sagte, es hätte es lieber gesehen, wenn alle sechs Bände der Reihe bei Hoffmann und Campe erschienen wären. Neben "Mein Schiller" ist noch geplant oder in Arbeit: "Mein Heine", "Mein Lessing", "Mein Kleist", "Mein Büchner" und "Mein Kafka". Reich- Ranicki sagte, andere Werke wie die "Frankfurter Anthologie" werde er weiter bei Suhrkamp veröffentlichen. In dieser Reihe sei erst vor kurzem der 32. Band erschienen.

Deutscher Fernsehpreis

Eine Parade von Peinlichkeiten