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Regiedebüt: Isabella Rossellini:Na, du kesse Biene

Porno bei den Nacktschnecken? Isabella Rossellini hüllt sich in Latex und erkärt den Sex der Insekten.

Nein, es ist kein leichtes Genre für ein Regiedebüt. Andere Schauspieler drehen als ersten Film eine nette Komödie. Aber Porno? Als Isabella Rossellini das Ergebnis ihrer ersten Regiearbeit auf der diesjährigen Berlinale vorstellte (Hauptrolle Isabella Rossellini) gab es Szenenapplaus. In ihrer Kurzfilmreihe Green Porno zeigt die Schauspielerin nicht den schnöden Menschensex sondern das faszinierende Liebesleben von Fliege, Biene oder Libelle.

Isabella schlüpft in die Rolle der Tiere und mimt im Latexkostüm die Gartenschnecke.

(Foto: Foto: ap)

Auf die Frage, was sie schon immer über Insektensex wissen wollten, würde die Mehrheit der Zuschauer zwar vermutlich zunächst antworten: "gar nichts." Aber Rossellini legt nicht den makroskopischen Blick an, den man aus der Naturfilmerei kennt. Vielmehr schlüpft sie selbst in die Rolle der Tiere und mimt im Latexkostüm die Gartenschnecke. Gerade weil deren Sex so fremdartig ist (da wird gefressen und gestorben), hilft es, wenn Rossellini im Schneckenkostüm sagt: "Sadomasochismus turnt mich an", bevor sie ihrem Pappmaché-Partner einen Haken in den Leib rammt, um den Akt einzuleiten.

Kostüme und Kulissen der einminütigen Sequenzen könnten aus einer Traumsequenz des Videokünstlers Michel Gondry stammen, surreal und gerade deshalb so anschaulich. Das ist fast so aufklärerisch wie die Lehrfilme im Biounterricht, aber mit erhöhtem Erinnerungseffekt.

Gedacht war das Projekt nicht fürs Fernsehen, sondern für Handy und YouTube. Gedreht wurde mit den reduzierten Mitteln, die Hobby-Filmern im Internet zur Verfügung stehen. Auch dort ist das Projekt erfolgreich und wurde Tausende Male gesehen. Die zweite Staffel ist geplant. Diesmal: die Intimitäten der Krustentiere.

Green Porno, Arte, Nacht zu Samstag, 0.58 Uhr.