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Rechtsextremismus in Spanien:Terror und Rückständigkeit

Franco spricht im Alcazar von Toledo zu Kadetten der spanischen Armee, die zu Offizieren ernannt werden sollen.

(Foto: SZ-Photo / Scherl)

Während anderswo in Europa nationalistische Parteien erstarken, sind die Rechtsradikalen in Spanien schwach. Das hat vor allem mit der Franco-Diktatur zu tun. Mit ihr sind leidvolle Erfahrungen verbunden.

Unüberbrückbare Gräben durchziehen die politische Landschaft Spaniens. Sie sind so tief, dass nach den Parlamentswahlen im Dezember alle Versuche gescheitert sind, in den Cortes, dem Unterhaus in Madrid, eine Mehrheit für eine Regierung zu schmieden. "Den Spaniern fehlt eine Kultur des Kompromisses", befand die linksliberale Tageszeitung El País. Früher herrschten in Madrid überschaubare Verhältnisse: Die Konservativen und die Sozialisten, letztere ebenfalls seit Langem etabliert ähnlich der SPD in der Bundesrepublik, lösten einander an der Macht ab. Doch mit den Dezemberwahlen sind zwei neue starke Gruppen hinzugekommen, mit denen Spanien einen kräftigen Gegenakzent zum großen europäischen Trend setzt, nämlich dem Anwachsen nationalkonservativer und nationalistischer Parteien: Podemos (Wir schaffen das), ein Zusammenschluss vielerlei alternativer, neomarxistischer und grüner Initiativen, sowie die wirtschaftspolitisch und weltanschaulich liberalen Ciudadanos (Bürger). Nicht profitiert haben von der allgemeinen Protest- und Krisenstimmung rechtsextreme Parteien, die es in Spanien durchaus gibt, die aber seit Jahrzehnten ein Schattendasein fristen.

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