Martin Walser begrüßte die Auszeichnung des chinesischen Schriftstellers Mo Yan im Oktober ebenfalls in höchsten Tönen. "Es könnte für mich keinen glücklicheren Kandidaten geben, er ist über jeden Zweifel erhaben", sagte der 85-Jährige. "Ich halte ihn für den wichtigsten Schriftsteller unseres Zeitalters und platziere ihn gleich neben Faulkner." Er schätze Mo Yan sehr, weil er "seine Bücher für so ungeheuer reich und gut und vor allem auch schön halte", sagte Walser ("Ein fliehendes Pferd").

Der 57-Jährige habe Geschichtsverläufe wie kriegerische Auseinandersetzungen zwischen China und Japan so genau dargestellt und erzählt, wie er es sich für die deutsche Geschichte nur wünschen könne, sagte Walser. Dabei habe Mo Yan die chinesische Kriegspraxis ebenso grausam dargestellt wie die japanische. "Das ist doch sehr imponierend, dass seine Humanität über nationale Gereiztheiten triumphiert", sagte Walser.

Im Bild: Walser im März 2012

Bild: dpa 10. Dezember 2012, 15:012012-12-10 15:01:00 © Süddeutsche.de/dpa/dapd/Reuters/ihe/cag