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Diversitätsstudie:Rassismus, Sexismus, Altersdiskriminierung

(Foto: Jakob Owens/Unsplash)

Die Initiative Vielfalt im Film hat Filmschaffende befragt. Das Ergebnis: Diskriminierung zieht sich durch die ganze Branche.

Von Susan Vahabzadeh

Die Initiative Vielfalt im Film hat eine Studie zur Diskriminierung in der deutschen Film- und Fernsehbranche vorgestellt. Mehr als 6000 Filmschaffende haben an der Befragung teilgenommen - und ein Viertel von ihnen gab an, in den vergangenen zwei Jahren Diskriminierung im Arbeitskontext erlebt zu haben.

Befragt wurden die Mitglieder von Crew United, einem der Träger der Initiative Vielfalt im Film neben der zivilgesellschaftlichen Organisation Citizens for Europe und dem Bundesverband Regie. Crew United ist eine Datenbank und Jobbörse, 30 000 Filmschaffende nutzen sie. Wie viele Menschen tatsächlich in der Filmbranche arbeiten und wie die Zusammensetzung im Detail aussieht, das konnten auch die Macher der neuen Studie nicht klären - der Rücklauf der Fragebögen spiegelt aber ungefähr die Zusammensetzung von Crew United.

Was die Gegenmaßnahmen angeht, sind sich alle einig

Die Ergebnisse sind bitter, wirklich überraschend sind sie nicht. Altersdiskriminierung, Sexismus, rassistische Sprüche wie "Jungs wie du werden sowieso nur als Gangster, Mullahs oder Drogendealer besetzt" scheinen beim deutschen Film keine Seltenheit zu sein. Rassismus hatten 13 Prozent der Befragten schon erlebt, nicht nur aufgrund von Typecasting, dem Besetzen nach ähnlichen, mitunter stereotypen Rollen - die Fragen richteten sich ja auch nicht nur an Schauspieler, sondern an alle Personen aus allen Filmberufen.

Mehr als achtzig Prozent der Frauen gaben an, sexuelle Belästigung erlebt zu haben - bis hin zur Nötigung zu sexuellen Handlungen. Gemeldet werden weniger als ein Drittel der Diskriminierungen, aus Angst vor Konsequenzen. 20 Prozent der Antworten kamen von Mitgliedern der LSBTIAQ+ Community (lesbisch, schwul, bisexuell, trans-, inter-, asexuell und queer). Von ihnen behalten etwa vierzig Prozent ihre sexuelle Orientierung lieber geheim.

Was die Maßnahmen angeht, die gegen Diskriminierung helfen würden, sind sich alle einig: Um die achtzig Prozent der Befragten wünschen sich Workshops, Sensibilisierungstraining und Verhaltensregeln. 97 Prozent denken, Konsequenzen würden helfen - wenn sie denn endlich die Täter treffen würden und nicht die Opfer.

© SZ/ebri
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