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Philosophie:Immanuel Kant, ein Rassist?

Gedenkorte für Immanuel Kant in Kaliningrad verschandelt

Eigene Erfahrungen mit Menschen anderer Hautfarbe waren ihm fremd: Kant-Statue im russischen Kaliningrad, dem früheren Königsberg, in dem der Philosoph geboren wurde und starb. Nicht bei antirassistischen, sondern bei antideutschen Protesten wurde sie 2018 mit rosa Farbe bespritzt.

(Foto: Vitaly Nevar/picture alliance/dpa)

In den Schriften des größten deutschen Philosophen der Aufklärung finden sich eindeutig rassistische Passagen. Aber war auch der alte weiße Mann Kant ein Rassist? Drei Hinweise eines Kant-Biografen.

Gastbeitrag von Manfred Geier

Als am 25. Mai 2020 der Afroamerikaner George Floyd von einem weißen Polizisten 8 Minuten und 46 Sekunden lang erstickt worden war, kam es zu Protesten, die sich unter dem Motto "Black Lives Matter" zunächst gegen den Rassismus in den Vereinigten Staaten richteten, der sich in polizeilicher Gewalt unverhüllt zeige. Sie blieben nicht auf die Straße beschränkt und erweiterten sich zu heftigen politischen und kulturkritischen Auseinandersetzungen. In den antirassistischen Proteststurm geriet, ab Juni 2020 vor allem in Deutschland, allerdings auch der wegweisende Denker der Aufklärung: Immanuel Kant. Denn er habe zwar die unantastbare Würde jedes Menschen zu behaupten und zu begründen versucht. Aber eigentlich sei es ihm nur um die Hochschätzung der Weißen gegangen, die mit ihrer geistigen Kraft und fortschrittlichen Zivilisation anderen "Rassen" voraus und überlegen seien. Vergesst Kant!

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