Rassismus:"Ich glaube nicht an Gewaltfreiheit"

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Rassismus: Frank Wilderson, geboren 1956 in New Orleans, ist Philosoph, Schriftsteller, Filmemacher. In den Neunzigerjahren lebte er fünf Jahre lang in Südafrika. Heute unterrichtet er an der University of California in Irvine.

Frank Wilderson, geboren 1956 in New Orleans, ist Philosoph, Schriftsteller, Filmemacher. In den Neunzigerjahren lebte er fünf Jahre lang in Südafrika. Heute unterrichtet er an der University of California in Irvine.

(Foto: FRANK B. WILDERSON III)

Wenige schwarze Intellektuelle finden so drastische Worte für den Rassismus in der Welt wie der Philosoph Frank Wilderson, Mitbegründer des "Afropessimismus". Ein Gespräch über Hoffnungslosigkeit, Freiheit und Unentrinnbarkeit.

Interview von Sebastian Moll

Das letzte Opfer unter Amerikas Schwarzen stammt aus der Stadt Kenosha im Bundesstaat Wisconsin und schwebt seit Sonntag in Lebensgefahr. Polizisten haben den Afroamerikaner Jacob Blake am helllichten Tag in den Rücken geschossen. Proteste folgten - wie so häufig in den vergangenen Monaten. Dennoch gehen wenige in ihrer Lesart so weit wie Frank Wilderson. Die Gewaltexzesse gegen Schwarze sind keine Einzelfälle, keine Übergriffe, sie sind die Grundlage der weißen Zivilgesellschaft, sagt er. Wilderson ist Philosoph und Literaturwissenschaftler an der University of California in Irvine und gilt als Mitbegründer der "Afro-Pessimism"-Bewegung. Im Frühjahr ist sein autobiografischer Essay "Afropessimism" erschienen. Ein Gespräch über die Unentrinnbarkeit der "Blackness".

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