Konglomerat fand und findet überall in Salzburg Verwendung, aus dem betonartig scheckigem Naturstein ist auch der Dom erbaut worden. Der Steinbruch dafür war da, wo heute die lang schon nicht mehr als Felsenreitschule genutzte gleichnamige Spielstätte der Festspiele steht. Deren kalt abweisende Konglomeratwand mit ihren fast 100 Arkaden ist ideal für Scheußlichkeiten. Jetzt, in „Zaide oder Der Weg des Lichts“, gibt sie das ideale Setting ab für ein ehemaliges Foltergefängnis irgendwo in der arabischen Welt. Links auf der Bühne sitzen allerdings ganz in Schwarz gekleidet die grandiosen Musiker des „Pygmalion“-Ensembles, mit Furor, Inbrunst und Raffinesse angeleitet von Raphaël Pichon. Der ist einer der inspiriert inspirierendsten jüngeren Dirigenten, für die „Zaide“ hat er ein grandioses, von der göttinnengleichen Sabine Devieilhe angeführtes Solistenquintett angeworben.
KlassikDie Hoffnung wird nie sterben
Lesezeit: 3 Min.

Mozarts „Zaide“ kennt kaum jemand, weil die Musik zwar genial, das Stück aber Fragment ist. Dirigent Raphaël Pichon hat es jetzt für Salzburg vollendet. Auf grandiose Weise.
