Wo man bewundert, ist man besonders empfindlich. Das gilt auch für den 1875 in Prag geborenen Rainer Maria Rilke, der für Gedichte wie „Der Panther“ oder „Die Flamingos“, für den Miniroman „Malte Laurids Brigge“ oder für die sich durch Existenzdunkelheiten wühlenden „Duineser Elegien“ wahrscheinlich mehr als jeder andere deutschsprachige Dichter geliebt wird. Umso irritierender ist es, dass Rilke sich, das ist noch immer kaum bekannt, kurz vor seinem Tod 1926 in zwei Briefen für den italienischen Diktator und Erfinder des Faschismus Benito Mussolini begeistert hat.
LiteraturWar Rilke ein Befürworter der Diktatur?
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Hans-Peter Kunisch hat ein eindrucksvolles Buch über Rilkes späte Begeisterung für Benito Mussolini geschrieben. Ein Missverständnis war die wohl leider eher nicht.
