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Radar - der Auktions-Ausblick:Eine Urne und fünf Mauerteile

Die Brafa in Brüssel lockt unter anderem mit Antikem, Sotheby's mit Rubens.

Die 65. Ausgabe der Brussels Art Fair (Brafa), einer der großen internationalen Kunst- und Antiquitätenmessen, wird an diesem Sonntag in den historischen Hallen des Tour&Taxis-Geländes eröffnet. Das stark belgisch-französisch dominierte, dabei stets gut durchmischte Angebot der 133 Händler verspricht ein anregendes Flanieren durch die Epochen. Auf Antikensammler wartet eine Riege renommierter Spezialisten, darunter der erstmals teilnehmende Aussteller Antiquarium Ltd. aus New York, der unter seinen klassisch-römischen Stücken eine prächtige Urne aus dem 2. Jahrhundert hervorhebt Der Tefaf-Aussteller de Jonckheere, eine erste Adresse für niederländische Gemälde des 17. Jahrhunderts, ist einer der Messerückkehrer und verstärkt die einschlägigen Brüsseler und Amsterdamer Händler Costermans und Douwes Fine Art. Außereuropäische Kunst bildet einen gewissen Schwerpunkt. Mehr als alles andere aber heischt die moderne und zeitgenössische Kunst Aufmerksamkeit - anonyme Straßenkunst inklusive, hier in Gestalt von fünf Teilstücken der Berliner Mauer, die zu einem guten Zweck versteigert werden.

(Foto: Privatsammlung)

Tribal Art bietet Lempertz auf seiner Brüsseler Auktion am 29. Januar mit einer Offerte, die mit größter Vielfalt aufwarten kann. Die Werke stammen ebenso aus Afrika wie aus Indonesien, Ozeanien, Brasilien und Hawaii. Sie reichen vom einfachen Goldschmuckanhänger der Arkan für 800 Euro bis zur Dan-Maske aus der Schweizer Sammlung Charles Hug (4000), einem 177 Zentimeter hohen geschnitzten Ahnenpfosten der Molukken, Indonesien (10 000), und einer typischen Malagan-Schnitzerei aus Neuirland (20 000).

(Foto: Sotheby's)

Ein bisher kaum bekanntes, um 1610 datiertes Gemälde einer Madonna mit Kind, heiliger Elisabeth und Johannesknaben von Peter Paul Rubens ist das Toplos der New Yorker Altmeisterauktionen, angeboten von Sotheby's am 29. Januar für sechs Millionen Dollar Christie's kontert in seiner Zeichnungsofferte am Vortag mit einem Blatt von Giambattista Tiepolo, einer Rötelzeichnung von drei Eseln aus der letzten Madrider Zeit (250 000 Dollar).

© SZ vom 25.01.2020
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