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Radar:Alte Meister in Wien

Geburt Christi

"Geburt Christi" von Hans Memling.

(Foto: Dorotheum)

Im Dorotheum kommt ein Breughel zum Aufruf. Und Schloss Ahlden feiert Jubiläum mit Pretiosen.

Von Dorothea Baumer

Eine bezaubernde "Geburt Christi" aus der Werkstatt des Niederländers Hans Memling ist das Top-Los im Altmeisterangebot des Wiener Dorotheums am 19. April. Die erst seit gut 20 Jahren bekannte Gemäldetafel war die Jahrhunderte über im Besitz einer Adelsfamilie und steht in engem Zusammenhang mit Memlings Brügger Triptychon von 1479. Malerische Qualität, Erhaltungszustand und Provenienz lassen Gebote von 1,2 bis 1,8 Millionen Euro erwarten. Weitere flämische Meister kommen mit Pieter Brueghel d. J. zum Aufruf, dessen Winterbild "Die Vogelfalle" bei 700 000 liegt, und mit einer mythologischen Szene von Hendrik van Balen d. Ä. (300 000). Christliche Motive dominieren die italienische Offerte, zu nennen wäre ein Tondo mit "Hl. Familie" des von Sandro Botticelli geprägten Jacopo del Sellaio (180 000) wie auch ein "Hl. Hieronymus" von Guercino und eine "Susanna im Bade" von Andrea Vaccaro mit Taxen von je 100 000 Euro.

Schloss Ahlden bietet zum 40-jährigen Bestehen in einer Auktionsserie am 23., 24. und 30. April an die 3000 Objekte auf, darunter einige mit illustrer Provenienz. Ein Geschenk der Bayreuther Markgräfin Wilhelmine an ihren Bruder, Friedrich den Großen, war beispielsweise eine um 1740/50 in Bamberg gefertigte Steinschloss-Jagdbüchse, die sich in der Familie erhalten hat und nun für 35 000 Euro zu erwerben wäre. Ein Rokoko-Aufsatzsekretär aus dem Besitz der Freiherren von Bodenhausen, Schloss Burgkemnitz, soll 28 000 Euro bringen; 32 000 ein frühes Meissener Böttger-Teekännchen mit goldenem Reliefdekor nach chinesischem Vorbild. Teuerstes Los mit einer Taxe von 280 000 Euro ist ein Ölbild von Paula Modersohn-Becker, "Kind am Baum" von 1901, gefolgt von einer Nordsee-Landschaft Franz Radziwills, "Fischerboote in Petershörn" aus dem Jahr 1929 für 65 000 Euro, einem Früchtestillleben Karl Hofers (55 000) und einem Tulpenaquarell von Emil Nolde für 48 000 Euro.

© SZ vom 16.04.2016
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