Angenommen, eine berühmte Autorin möchte einen Roman über eine noch berühmtere Schauspielerin schreiben, aber nicht, dass diese Schauspielerin sich danach beschweren kann. Wie würde sie vorgehen? Vermutlich genau so wie die britische Autorin Rachel Cusk mit ihrem neuen Roman „Das Leben der M“. Über den Roman wurde schon vor Erscheinen diskutiert; nicht wegen seiner stilistischen Qualitäten, sondern wegen der Frage, ob mit der titelgebenden „M“ der Hollywoodstar Natalie Portman gemeint ist oder nicht. Cusk reagiert auf Fragen stets schön ausweichend. Ob ihre Figur an diese angelehnt sei, sei „not really the point“. Die Neugier ruiniere das Sprechen über den Roman. Lege Spuren, aber lass dich nicht überführen, scheint sie zu denken.
LiteraturAuffällige Ähnlichkeiten
Lesezeit: 5 Min.

Fragen nach Portman fand die Autorin Rachel Cusk in jüngeren Interviews nicht interessant.
Matteo de FinaIst die Protagonistin in Rachel Cusks neuem Roman nun Natalie Portman oder nicht? Auch ohne klare Antwort ist „Das Leben der M“ über eine Schauspielerin ein Experiment von ermüdender Klischeehaftigkeit.
Von Christiane Lutz
