Großbritannien nach dem Tod der Queen:Das Psychodrama unserer Eliten

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Großbritannien nach dem Tod der Queen: Im Zentrum Londons sitzt ein Mann vor einem Porträt Königin Elizabeths.

Im Zentrum Londons sitzt ein Mann vor einem Porträt Königin Elizabeths.

(Foto: Andreea Alexandru/dpa)

Im Vereinigten Königreich wird nun in blindem Gehorsam öffentlich um eine Königin getrauert. Währenddessen denken viele Menschen über das Ende der Monarchie nach.

Gastbeitrag von A. L. Kennedy

Pharao Ramses II. regierte Ägypten mehr als 60 Jahre lang, in einer Zeit, in der die durchschnittliche Lebenserwartung nur etwa halb so hoch war wie heute. Ramses war ein Gott, ein König, ein Symbol nationaler Macht, ein Bild und ein Name, die überall zu sehen waren und von den Massen angebetet wurden. Sein Verlust war ein psychischer Schock und löste auf diversen Ebenen Panik aus. Aber Ramses herrschte vor mehr als drei Jahrtausenden, in einer Zeit inzuchtgeplagter, zu Göttern erhobener Herrscher, die in einer Luxusblase aus überflüssigen Pflichten, ungerechtfertigten Privilegien, grandiosen Monumenten und undemokratischer Macht lebten. Großbritannien könnte kaum weniger mit einem so weit entfernten, sandigen Ort gemein haben, und mit einer so lang zurückliegenden Ära.

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