Süddeutsche Zeitung

Psychische Erkrankungen:"Ich mache seit 30 Jahren Psychoanalyse"

Auf der Frankfurter Buchmesse stellt Bruce Springsteen seine Memoiren vor. Sehr offen spricht er dabei auch über seine psychischen Erkrankungen.

Bei diesem Treffen herrschte strengste Geheimhaltung. Die mehr als 100 geladenen Gästen aus halb Europa waren angewiesen, den Namen des Hotels, in dem es stattfand, nicht weiterzugeben. Kurz vor Beginn untersagten die Manager dann auch noch, das Gespräch auf Tonband mitzuschneiden.

Der Anlass ist Rockstar Bruce Springsteen, der während der Veranstaltung Passagen aus seinem neuen Buch vorlas. "Born to run" heißt seine Autobiographie, im anschließenden Gespräch erzählte der Sänger mit viel Offenheit und Selbstironie auch von seinen Depressionen. "Ich mache seit 30 Jahren Psychoanalyse", sagte der Sänger etwa, "mein erster Arzt ist schon gestorben".

Die Depressionen habe er von seiner irischen Seite geerbt, sagte Springsteen, genauer von seinem Vaters Doug. Dieser arbeitete bei Ford am Fließband, trank und litt unter einer bipolaren Störung, wie sich später herausstellte.

Wie seiner italienischstämmigen Mutter Adele die 672 Seiten lange Autobiografie gefalle, wollte einer der Reporter noch wissen. Sie leide unter schwerem Alzheimer, sagte Springsteen. "Sie wollte immer, dass ich Autor werde. Ich denke, es hätte ihr gefallen."

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