Protest gegen Polizeigewalt in WeißrusslandMalen nach Qualen

Mit Knetgummifiguren und Ausmalbildern kämpfen weißrussische Aktivistinnen gegen Polizeigewalt in ihrem Land. Zehntausend Familien, in denen der Vater als Polizist arbeitet, bekamen das drastische Malbuch bereits zugeschickt. Kürzlich ging das Paket auch an deutsche Beamte und Politiker - schließlich hatte das BKA geholfen, weißrussische Sicherheitskräfte auszubilden.

Im Frühjahr 2011 bekamen zehntausend weißrussische Familien, in denen der Vater als Polizist arbeitet, ein Malbuch zugeschickt. Es heißt "Mein Papa ist Polizist. Was macht er bei der Arbeit?" Der schmale Band enthält Illustrationen, welche die Ordnungshüter des Regimes von Alexander Lukaschenko in Aktion zeigen. Ein Polizist schlägt mit seinem Stock auf eine liegende Oma ein, ein Polizist reißt einer niedergeknüppelten Demonstrantin ihr Baby weg, ein Polizist begrapscht eine Schwangere, die er abführt. Die Bilder sind abfotografierte Knetfiguren und basieren zumeist auf Protokollen von Demonstrantinnen, die im Dezember 2010 gegen die manipulierte Wiederwahl Lukaschenkos auf die Straße gegangen waren.

Alle Bilder stammen aus dem Buch "Mein Papa ist Polizist. Was macht er bei der Arbeit?".

21. September 2012, 14:192012-09-21 14:19:17 © SZ vom 21.09.2012/feko/tob