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Programmvorstellung:Bessere Planbarkeit

Alexander Liebreichs Wunsch für das Richard-Strauss-Festival

Einfach war es ja noch nie mit dem Richard-Strauss-Festival in Garmisch-Partenkirchen. Das spürt jetzt auch Alexander Liebreich, im dritten Jahr künstlerischer Leiter der Festspiele und, wie er bei der Programmvorstellung in München sagte, "kein Straussianer", sondern einer, "der ein Festival mit fördern und unterstützen will, weil in dem Ort ein großartiger Komponist gewohnt hat", der aber in seinem geschichtlichen Umfeld durchaus kritisch zu sehen sei. Doch nicht die Haltung Strauss' zu den Nazis macht ihm Probleme, sondern die Planbarkeit des Festivals.

Obwohl letzteres durch das Liebreichsche Konzept, herausragende Spielorte wie Wank oder Zugspitze anzubieten und das Naturerlebnis in die Konzerte einzubinden, deutlich mehr Publikum anzieht, benötigte der Gemeinderat, ob des letztjährigen Defizits arg ins Sinnieren geraten, bis Dezember, bevor er wieder grünes Licht gab. "Für die Zukunft muss das neu überdacht werden", sagt Liebreich. Eine langfristige Planung, im Klassikbereich unumgänglich, sei so unmöglich. "Der Schwerpunkt liegt bei uns eben auf dem Sport und im Kulturbereich auf der Volksmusik", sagte Bürgermeisterin Sigrid Meierhofer (SPD). Dem Dirigenten sei es aber durch diverse Kooperationen und die Open-Air-Konzerte gelungen, Brücken zu schlagen und auch die Einheimischen mit seinem Programm zu erreichen. Das stimme sie für die Zukunft hoffnungsfroh, zumal es die Kombination von Strauss und Natur nur in Garmisch gebe.

Als neue Rechtsform angedacht ist eine gemeinnützige GmbH. Noch aber trägt der Markt das Festival, unterstützt es mit 330 000 Euro. Der Landkreis zahlt nichts, der Freistaat schießt 170 000 Euro zu, ebenso der Bund, aber nur dank des Beethovenjahrs. Am Abschlusswochenende wird nämlich "Fidelio" zweimal halbszenisch aufgeführt. Am Konzept hat Liebreich ansonsten nichts verändert. Wieder gibt es zwei Klassik-Open-Airs im Ettaler Klosterinnenhof, spielen werden die Bamberger Symphoniker. Auf der Zugspitze gastiert der isländische Pianist Víkingur Ólafsson, in Schloss Elmau singt Marlis Petersen, Steffen Isserlis lädt zu einem Cellorecital. Und alle Konzertbesucher, die unter 30 sind, zahlen wieder nur die Hälfte. Infos zum Programm (19. bis 28. Juni) und zum Vorverkauf unter www.richard-strauss-festival.de.

© SZ vom 17.01.2020
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