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Privatsphäre:Das elektronische Dorf

Kirche von Schildthurn, 2017

Auf dem Dorf wie im Netz fehlen sie oft: die echten Rückzugsmöglichkeiten.

(Foto: Sebastian Beck)

Apple hört beim Sex zu, Facebook weiß die Weihnachtswünsche - In einer digitalisierten Welt gibt es keine Privatsphäre, ein bisschen wie auf einem Dorf vor langer Zeit. Mit einer Ausnahme.

Das Wehklagen über eine brüchig gewordene Privatsphäre in einer Welt des permanenten Trackings, wo an jeder Ecke Kameras und Mikrofone lauern, ist schon etwas älter. Die Tatsache, dass mittlerweile auch Mitarbeiter von Google, Amazon und Apple Audiomitschnitte von Nutzergesprächen analysieren und sogar im Schlafzimmer mithören, hat jedoch allenfalls unter Datenschützern für einen Aufschrei gesorgt. Von der Mehrheit der Verbraucher werden solche Meldungen mit Gleichgültigkeit zur Kenntnis genommen. "Sollen sie doch spähen, ich habe nichts zu verbergen!", ist der häufigste Biedersinn-Reflex, den man zu hören bekommt, gefolgt von dem fatalistischen Satz: "Die wissen eh schon alles über mich!" Die Erosion der Privatsphäre wird erstaunlicherweise kaum als Verlust bürgerlicher Werte wahrgenommen, sondern eher als bewusste Verzichtserfahrung eines bestimmten Lifestyles.

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