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Premiere:Verseuchte Welt

Unerwünschte Meinung: Die Bürger zwingen den "Volksfeind" (Thomas Schmauser) am Rande ihrer Versammlung in die Knie.

(Foto: Matthias Horn)

Mateja Koležnik inszeniert am Münchner Residenztheater Ibsens "Volksfeind" als perfekt gebaute Parabel.

Von Egbert Tholl

Die slowenische Regisseurin Mateja Koležnik besitzt eine gnadenlose Unabdingbarkeit. Am Münchner Residenztheater hat sie schon einige Inszenierungen abgeliefert, immer dicht und kompakt, manchmal so fokussiert auf einen bestimmten Aspekt des von ihr gewählten Stoffes, dass sie drumherum umstandslos alles wegschnitt, was ihr nicht in den Kram passte. Nun hat sie Ibsens "Ein Volksfeind" inszeniert und es gelingt ihr dabei das Kunststück, in eineinhalb Stunden alle Facetten des Stücks zu erzählen, und zwar so konzentriert, dass aus der Geschichte eine allgemeingültige Parabel über Gesellschaft und Politik entsteht, mit allen Paradoxien, die Ibsen in seiner Titelfigur vereint. Eineinhalb Stunden für knapp hundert Seiten Ibsen, das dürfte ein Rekord sein.

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