Preis der Leipziger Buchmesse Den Kopf freibekommen

Anke Stelling ist 1971 in Ulm an der Donau geboren, studierte in Leipzig und lebt heute in Berlin. Sie schreibt Romane, Kinderbücher, Essays und Drehbücher.

(Foto: Peter Endig/dpa)

Die Jury hat auf der Messe die Gewinner in den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung verkündet.

Am Donnerstag wurden die Gewinner des Preises der Leipziger Buchmesse bekannt gegeben. Den Preis für Belletristik erhielt Anke Stelling für ihren Roman "Schäfchen im Trockenen" über Wohnungssorgen und Abstiegsängste im Berlin der Gegenwart. Sie erzählt von der Schriftstellerin Resi, die plötzlich mit ihren vier Kindern auf der Straße steht und beginnt, Klassenzugehörigkeit und Selbstverwirklichung neu zu denken. Jurymitglied Wiebke Porombka, Germanistin und Literaturkritikerin, lobte die "Scharfkantigkeit" des Romans, der "wehtut und wehtun muss", "der etwas in unserem Selbstverständnis aufreißt und dadurch den Kopf frei macht".

Als bestes Sachbuch wurde Harald Jähners "Wolfszeit. Deutschland und die Deutschen 1945 - 1955" über den Neuanfang des Landes nach dem Zweiten Weltkrieg ausgezeichnet, eine Mentalitätsgeschichte der Nachkriegsjahre. Jurymitglied Marc Reichwein, Redakteur im Feuilleton der Tageszeitung Die Welt, lobte die "Anschaulichkeit, dramaturgische Eleganz und Eloquenz" des Buches. "Wer glaubt, alles über die Nachkriegszeit zu wissen, wird hier noch fündig werden", fügt er hinzu.

Den Preis für die beste Übersetzung erhielt Eva Ruth Wemme für ihre Übertragung von Gabriela Adameşteanus bereits 1983 erschienenem Romanklassiker "Verlorener Morgen" aus dem Rumänischen. In vielfältigen Sprachregistern zeichnet der Text ein komplexes Porträt Rumäniens im 20. Jahrhundert, das es Wemme gelungen ist, ins Deutsche zu bringen.