Potsdam (dpa/bb) - Mit einer neuen Ausstellung will das Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte die Besucher durch zehn Jahrhunderte Landesgeschichte seit der Gründung der Mark Brandenburg im Jahr 1157 führen. „Es ist eine Auseinandersetzung mit Geschichten, Bildern und Mythen“, sagte Direktor Kurt Winkler am Freitag bei der Vorstellung der „Brandenburg.Ausstellung“, die von Samstag an geöffnet ist. Neben Bildtafeln und einer großen Video-Projektion zur Entwicklung Brandenburgs sind dort rund 300 Objekte zu sehen, die die Landesgeschichte greifbar machen sollen.
An zehn Stationen wird die Entwicklung des Landes bis zum Ende des 19. Jahrhunderts beleuchtet. „Wir fragen, was ist das Spezifische für die jeweilige Zeit“, erläuterte Winkler. So sind zum Dreißigjährigen Krieg zwei Schädel aus dem 17. Jahrhundert zu sehen: Ein Schädel eines Mannes, der an einem Hieb gestorben war und eines etwa zehnjährigen Kindes, an dessen Zähnen sich noch die Mangelernährung wegen des Hungers in dieser Zeit ablesen lässt. Andere Objekte sind etwa das Schlagwerk aus der gesprengten Garnisonkirche, wertvolles Porzellan oder auch die Zellentür eines Gefängnisses.
Im 19. Jahrhundert wird die Entwicklung Berlins zur Reichshauptstadt nachgezeichnet, auch die Wanderungen des Schriftstellers Theodor Fontane durch die Mark Brandenburg. Das 20. Jahrhundert wird in vier Stationen von der Kaiserzeit, über den Nationalsozialismus, die DDR- und die Nachwendezeit beleuchtet.
„Brandenburg hat nicht so ein ungebrochenes Selbstverständnis wie etwa Bayern“, sagte Winkler. Dies hänge mit Preußen, der Entwicklung Berlins und mit der DDR-Geschichte zusammen. Daher zeige die neue Landesschau das Kaleidoskop der Mark. Dazu gehört auch der Pappteller, der wie die Reißzwecke in Brandenburg erfunden worden sein soll.
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