Der 31 Jahre alte Schriftsteller, Musiker und Poetry-Slammer Elias Hirschl empfängt im hinteren Raum des Café Kriemhild, einem geräumigen Kaffeehaus mit vorbildlich patiniertem Siebzigerjahreinterieur im 15. Wiener Bezirk. In der Mitte des Raums stehen zwei burgunderrot bezogene Poolbillardtische aus schwarzem Holz. Hirschls Outfit nimmt das Design der Tische unbemüht auf. Der Autor, eine eher zarte, fließende Erscheinung, trägt burgunderrote Leggins, das Kabel seiner schwarzen Over-Ear-Kopfhörer ist burgunderrot, und sein Oberteil ist, genau wie sein neuer Roman „Schleifen“, ein Genrehybrid: eine Mischung aus langer Tunika und Kleid, in Schwarz. Die Anhänger seiner Pendelohrringe sind ebenfalls schwarz. Er trinkt Wiener Mélange.
Porträt des Schriftstellers Elias Hirschl2000 Einfälle auf 400 Seiten, mindestens
Lesezeit: 6 Min.

Der österreichische Literatur-Shootingstar Elias Hirschl hat einen aberwitzigen Ideenroman geschrieben. „Schleifen“ erzählt von der Abschaffung der Sprache. Ein Versuch, mit ihm darüber zu sprechen.
Von Bernhard Heckler
