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Popstar David Garrett:Die Masche zieht

Nur Mittel zum Zweck? Ein Violin-Wunderkind ist er wirklich und dazu noch ein Teenie-Schwarm. Der Wahnsinn.

Wie schaut dieser Mann? Wie zeigt er seine nackte Brust? Wie hebt der den Arm, um den Pheromonen freien Lauf zu lassen, die ohne Zweifel seinen Achseln entströmen? Jedenfalls so, als könne er garantiert nicht sehr gut Geige spielen. Was ein Trugschluss ist. Der Deutsch-Amerikaner David Garrett, 28, war mal ein wirkliches Violin-Wunderkind. Und er steht im Guinness-Buch der Rekorde, weil er den "Hummelflug" schneller spielen kann als jeder andere Mensch. Selbst diese strenge Zeitung nannte ihn schon einen "Wiedergänger der Virtuosen des 17. und 18. Jahrhunderts".

David Garrett: Ein Geiger als Popstar.

(Foto: Foto: dpa)

Wo also liegt das Problem? Es liegt darin, dass Garrett bei der Jugend von heute die Liebe zur klassischen Musik entfachen möchte, weil das ja potentiell sehr profitabel sein kann. Dabei geht er offenbar von der Annahme aus, dass diese Jugend nur das wirklich liebt, was sie auch gerne, nun ja, ficken würde.

Damit kann er nicht ganz unrecht haben, wie seine Konzerte mit durchschnittlich 7000 kreischenden Teenies beweisen. Klassischer Fall also vom guten Zweck, der die Mittel heiligt? Nicht ganz. Denn manche Mittel sind einfach so unheilig, dass der Zweck, wenn man ihn denn nach tausend schwülen Fotosessions erreicht hat, schlichtweg maustot ist.