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Pop:Orville Peck

Von Jakob Biazza

Orville Peck ist ziemlich sicher bisexuell, womöglich Anfang 30 und ganz vielleicht im Nebenjob Daniel Pitout, Schlagzeuger der Punk-Band Nü Sensae. Genau weiß man das nicht. Peck ist bei öffentlichen Auftritten nämlich getarnt - mit Stetson und Fransen-Maske, und das reicht auch heute noch gut zum mittleren Pop-Mythos. Außerdem hat Peck eine Stimme, die man sich am besten wie einen übertrieben starken Espresso vorstellt, der mit schwer gezuckerter Sahne zu einer sämigen Masse verrührt wurde - ohne dabei die Farbe nennenswert zu verändern. Und mit der singt er auch auf "Show Pony" dunkel-schlierige Country-Songs über Weirdos und Freaks, über Verlorene und solche, die dringend verlorengehen wollen. Man kann die EP also gut als fortgesetzte Zeitenwende im Kernige-Cowboys-Genre hören. Es ist aber auch einfach sehr schöne Musik.

© SZ vom 14.08.2020

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