Süddeutsche Zeitung

Pop:Leichtfüßig gen Süden

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"Miss Mango" stellen ihr zweites Album in der Milla vor

Von Martin Pfnür

Die Sehnsucht nach dem Süden ist ja ein altbekanntes Phänomen, das sich etwa in der unverbrüchlichen Liebe der Münchner zum Gardasee zeigt. Im Falle der unbedingt hörenswerten Formation Miss Mango reicht die Sehnsucht indes noch weit südlicher, wie die Entstehungsgeschichte des Bandnamens beweist. Der geht laut der Sängerin und Gitarristin Amélie Haidt auf den Ausspruch "We Miss Mangos!" zurück und verweist damit gleichfalls auf das ewige Sehnen nach der Ferne, nach der Sonne und dem Meer.

Dabei stammt das Quartett ja selbst aus einer Ecke, in der es sich bestens aushalten lässt: dem Fünfseenland. Eben hier beginnt auch die Geschichte der Band, die ihren Anfang nimmt, als Amélie Haidt und Florian Weinhart als Teenager von ihrem Gitarrenlehrer miteinander bekannt gemacht werden, damit sie etwas zusammen austüfteln können. Beide schreiben damals bereits an ersten Songs.

Es sollte dann jedoch noch etwas dauern, bis 2012 mit Robin Jermer am E- und Kontrabass und Daniel Scheffels an den Drums schließlich die Band aus der Taufe gehoben wird. Diese hat nun mit ihrem zweiten Album "Portrait", dem Nachfolger des Debüts "Tides" aus dem Jahr 2013, ein Album veröffentlicht, das wie der Soundtrack eines ewigen Sommers klingt. "Alternative Pop" nennen sie diese wunderbar leichtfüßige Musik, die sich aus den Bausteinen zwischen Jazz, Hip-Hop, Soul und Funk zusammensetzt und durch ein ungemein klares, aufgeräumtes Klangbild besticht. Nichts ist hier überladen, alles darf atmen, alles greift geschmeidig ineinander.

Da sind die funkigen Licks und der rollende Bass des Openers "Is It All For Making Love"; da sind fein ziselierte Stücke wie "Day After Day", in dem das süß perlende Gitarrenspiel Florian Weinharts über dem massiven Fundament von Robin Jermers Kontrabass schwebt; oder "You Get High", dessen melancholische Grundstimmung von einem filigranen Disco-Groove konterkariert wird; oder auch "Golden Times Arise", das auf wunderbar sanfte Weise auf die Bossa Nova verweist. Und da ist natürlich die helle, ungemein bewegliche Stimme der studierten Jazz-Sängerin Amélie Haidt, die sich immer wieder aufs Schönste mit dem linden Background-Gesang von Florian Weinhart zusammenfügt. Keine Frage, wer in den Süden will, der braucht nur dieses Album zu hören - oder zum Konzert in der Milla zu kommen.

Miss Mango, Samstag, 9. Juli, 20 Uhr, Milla, Holzstraße 28

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Quelle:
SZ vom 09.07.2016
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