Thom Yorke - "Suspiria (Music for the Luca Guadagnino Film)" (Beggars)

Es war wohl an der Zeit: Thom Yorke hat seinen ersten Film-Soundtrack komponiert. Sein Radiohead-Bandkollege Johnny Greenwood hat ihm oft genug vorgemacht, wie es geht (unter anderem mit den fantastischen Scores zu Paul Thomas Andersons "There Will Be Blood" und "The Master"). Yorke hat sich dafür "Suspiria" ausgesucht, das Remake eines Horrorfilms, mit dem Dario Argento vor 40 Jahren für Aufsehen sorgte. Damals kam der Soundtrack von der Progrock-Band Goblin, Motive daraus hat Yorke übernommen und bearbeitet. Taugt das Ganze auch was ohne den Film? Geht so. Einzelne Songs singt Yorke auch mal zu elegischem Klavier. Die meiste Zeit aber ist die Musik nur Klangteppich. Da rumoren die Celli, irgendwo sirrt und fiept und schnarrt und knarrt immer irgendwas. In manchen Stücken stehen Geräusche der Film-Tonspur rum wie Fremdkörper, vielleicht soll das unheimlich wirken; wirkt aber eher wie ein Versehen. Leidenschaftliche Radiohead-Verehrer können in "Suspiria (Music for the Luca Guadagnino Film)" (Beggars) ruhig mal reinhören, aber das Album kann weder mit Radiohead mithalten noch mit den Soundtracks von Johnny Greenwood. Von Max Fellmann

26. Oktober 2018, 05:212018-10-26 05:21:28 © SZ.de/doer