Alben der WocheZu jaulig für den Alltagsgebrauch

Ansonsten ist Methyl Ethels neues Werk ziemlich elaboriert. Efdemins fantastischer Sound ist schlicht bezirzend und Black Taffy vermittelt ein angenehmes Transitgefühl.

Von den SZ-Popkritikern

Ladytron - "Ladytron" (Indigo)

"They only want you when you're 17 / When you're 21, you're no fun" ist die Zeile, mit der Ladytron berühmt wurden. Inzwischen sind sowohl Ladytron selbst als auch ihre Hörer weder 17 noch 21, sondern eher die Summe dieser beiden Zahlen. Fun sind sie trotzdem noch. Ihr neues, selbstbetiteltes Album erscheint nach sieben Jahren Pause. Auch hier ist es mal wieder so, dass die Band am besten klingt, wenn sie sich traut, rückhaltlos Achtziger zu sein. Beispielsweise in "The Island" mit seiner Brandung aus Spacegeigen. Die Songs arbeiten größtenteils nach demselben Prinzip: Relativ monoton stampfender Mid-Tempobeat, Keyboard drüber und monotone Vocals ohne große Ausschläge in der Tonhöhe, bei denen man sich nie ganz sicher ist, ob sie unbeteiligt oder emotional berührt klingen sollen. Ab und zu mal ein überraschender Harmoniewechsel. Wenn es etwas Positives an dem Siegeszug der Hiphop- / R'n'b-geprägten elektronischen Musik gibt, dann dass diese die Wall-of-sound-Musik von Broken Social Scene über Arcade Fire bis zu diesem ganzen Keyboardflächen-Popgedöns zurückgedrängt hat. Ladytron verzeiht man das. Von Juliane Liebert

Bild: Indigo 15. Februar 2019, 05:052019-02-15 05:05:22 © SZ/cag