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Plattenkabinett:Bombay Bicycle Club - So Long, See You Tomorrow

Es gibt Städte, in denen kein Mensch auf die Idee kommen würde, aufs Rad zu steigen. In Mumbai, das muss jetzt folgen, ist das bestimmt auch so. Was den Namen einer jungen Band aus London erklärt, die, obwohl sie 2008 den NME New Band Award gewann gegen so namhafte Mitbewerber wie The XX oder Mumford & Sons, außerhalb von Großbritannien noch nicht so richtig Fuß gefasst hat. Die Band heißt Bombay Bicycle Club und steht mit ihrem vierten Album in fünf Jahren nun erstmals ganz oben in den UK-Charts.

Doch blicken wir nach Bangkok. Seit ein paar Jahren bietet dort ein verrückter Holländer namens Andre Breuer Touristen eine Tour an, die bei der Luftfeuchtigkeit durchaus zur Tortur werden kann: Auf dem Rad führt er einen einmal quer durch den Moloch, mitten durch Wellblechghettos hindurch in den Urwald (das ist im Wortsinn zu verstehen) und in die Rush Hour. Wer als Fahrgast noch keine Angst vor Tuk Tuks hatte, der entwickelt sie spätestens jetzt.

Ein Mann wie Andre Breuer braucht abends Entspannung. Er findet sie etwa bei einem Cocktail in einer der Rooftop-Bars auf dem Dach eines noblen Hotels in Bangkok, und das ist genau der Ort, an dem man die Kopfhörer aufsetzen möchte, um "So Long, See You Tomorrow" zu hören. Dieser Indiepop lässt einen abheben und über die Lichter der Stadt schweben.

Schon "Overdone", das erste Stück, hypnotisiert einen mit seiner Mischung aus Gitarren und Bollywood-Sound, zu "Feel" landet man in einer Hängematte irgendwo in der Karibik. Frontmann Jack Steadman ist in den vergangenen beiden Jahren viel rumgekommen, nun bereichert er die Tanzmusik der Vorgängerplatte "A Different Kind Of Fix" mit seinen Eindrücken. Entstanden ist so ein kaleidoskopisches Werk, das einen zwar nicht umhaut - man schwebt ja -, aber auch nicht im CD-Regal verstaubt.

Dieser Drink passt am besten zur Platte: der Tom Yam Siam.

Dieses Lied muss auf mein nächstes Mixtape: "Overdone".

Wer dieses Album hört, geht auch: ins Yoga.

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