Plattenkabinett Body Count - Manslaughter

"Body Count is back #whothefuckcares #Ice-T #I prefer lemonade Nigger." Ice T war schon immer ein lustiges Kerlchen. Mit dieser Twitter-Zeile kündigt er im Video zu "Talk Shit, Get Shot" die Rückkehr seines Rock-Projekts Body Count an. Damit hatte wohl niemand gerechnet. Und so richtig gewünscht hatte sich das wohl auch niemand. In der Welle von Crossover-Bands, die in den 90ern Rap mit Metal kreuzten, waren Body Count zwar immer einer der unterhaltsamsten, aber auch der musikalisch stumpfesten Vertreter. Daran hat sich acht Jahre nach dem letzten Album nicht viel geändert. Body Count 2014 klingen wie Body Count 1992: Dicke-Hose-Gitarren und Ice T, der uns erzählt, wer ihm alles auf den Sack geht. Aber meine Güte, macht das einen Spaß!

Im Suicidal-Tendencies-Cover "Institutionalized" etwa streitet sich Ice-T mit einem Veganer, der ihm sein ungesundes Schinkensandwich vermiesen will. Seine Antwort: "Der einzige Weg, wie ein Schinkensandwich mich umbringen könnte, ist, wenn ich es aus einer Knarre feuere." "Pop Bubble" nimmt sich den zeitgenössischen Hip-Hop vor: "Wir sind weit gekommen. Von 'Fight The Power' zu 'Was trägt Kim Kardashian heute eigentlich?'". Und in "99 Problems", das Ice T bereits 1993 zum ersten Mal veröffentlichte und gleich zweimal auf dem aktuellen Album vertreten ist, sind es die "Bitches, mit einem Hintern, so breit wie ein Flatscreen-Fernseher", die ihm auf die Nerven gehen. Am Ende des Songs sagt er tatsächlich "Word!". Herrlich!

Dazwischen gibt es auf "Manslaughter" natürlich viel Füllmaterial. Auch das kennt man von Body Count. "I will Always Love You" etwa ist eine schrecklich pathetische Liebeserklärung an die US-Soldaten. "Bitch In The Pit" huldigt Frauen im Mosh-Pit. Und "Black Voodoo Sex" dreht sich um Voodoo und, genau, Sex. Das ist alles andere als neu. Rap-Metal ist nicht ohne Grund schon seit Jahren tot. Trotzdem kommt kaum eine Rock-Disse ohne die Hits von Rage Against The Machine aus. Und zwischen "Killing In The Name Of" und "Bullet In Your Head" ist allemal Platz für Body Counts "Talk Shit, Get Shot".

Wenn dieses Album eine Sportart wäre, dann wäre es ... Ultimate Fighting. Draufhauen, bis der Arzt kommt.

Man hört das Album am besten ... im Auto. Laut. Alle Fenster runter. Bandana halb über die Augen. Wichtig: Ellenbogen raus. Optional: Das Auto hüpfen lassen.

Wer dieses Album hört, mag auch ... Rage Against The Machine, Downset, Judgement Night OST.

Falls Sie die Playlist nicht abspielen können, melden Sie sich bitte bei Spotify an.

Hier finden Sie Platten, die in dieser Rubrik kürzlich besprochen wurden.