Plattenkabinett Weezer - "Everything Will Be Alright In The End"

Es ist nicht gelb, und nicht lila, hat dafür aber Berge im Hintergrund und bleiche Farben. Das Cover von "Everything Will Be Alright In The End" erinnert vom Stil her sehr an "Pinkerton" (1996), an das Weezer-Album also, dem Weezer-Aficionados bis heute nachtrauern. Und wer nun noch liest, dass Ric Ocasek die neue Weezer-Platte produziert hat, der hofft. Er hofft darauf, dass Weezer nach der "Grütze der vergangenen Jahre" (Zitat eines Fans, der von sich sagt, er habe "einige Jahre fast ausschließlich" Weezer gehört) endlich mal wieder ein passables Album hingekriegt haben. Schließlich saß Ocasek damals an den Reglern, als die Band aus Kalifornien mit dem "Blauen" (1994) und dem "Grünen Album" (2001) berühmt und gefeiert wurden.

Doch die Hoffnung, sie ist diesmal sehr früh gestorben, nämlich an dem Tag Ende September, als Weezer ihre neue Single veröffentlichten, "Back To The Shack", eine schlechte Kopie von "Beverly Hills". Die Entscheidung ist indes nur schwer nachzuvollziehen, auf "Everything Will Be Alright In The End" finden sich mit "Eulogy For A Rock Band", "I've Had It Up To Here" oder "Go Away" gleich mehrere eingängige Stücke, die repräsentativer für das neue Werk gewesen wären (und melodiös ansprechender). Die ganze Platte rauscht einfach so durch, der Kopf nickt gemächlich im Takt mit. Es mangelt an echten Höhepunkten, dafür versucht sich Rivers Cuomo erfreulicherweise auch nicht mehr als Rapper (ok, nur einmal kurz in "Cleopatra").

In der Addition heißt das: ganz okay, das Ding, aber nicht berauschend. Besser jedenfalls als Grütze. Oder, in der Sprache der Musik-Nerds: 68,5 von 100 Punkten. Oder so.

Wenn dieses Album ein Getränk wäre, wäre es ein Tegernseer Hell.

Wenn dieses Album ein Film wäre, wäre es "Stirb langsam III - Jetzt erst recht".

Wann hört man dieses Album am besten? Im Jugendzimmer, wenn einem die Eltern an Weihnachten nach zwei Tagen auf den Sack gehen. Auf dem Bett unter dem Weezer-Poster.

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