Raubkunst-Verdacht:Streit um Picasso-Gemälde wird härter

Raubkunst-Verdacht: Für die Erben des einstigen Besitzers ist Picassos "Madame Soler" Raubkunst. Bayern sieht das anders.

Für die Erben des einstigen Besitzers ist Picassos "Madame Soler" Raubkunst. Bayern sieht das anders.

(Foto: VG BIld-Kunst, Bonn 2023 / Blauel/Gnamm/Artothek)

Der Wissenschaftsausschuss des Bayerischen Landtags will den Fall von Picassos "Madame Soler" der beratenden Kommission für Raubkunst nicht vorlegen - der Ton im Restitutionsstreit wird rauer.

Von Catrin Lorch

Die Petition ist abgelehnt: Mit dieser Entscheidung endete die Sitzung des Wissenschaftsausschusses im Bayerischen Landtag zum Fall der "Madame Soler". Das bedeutet, dass der Streit um das wertvolle Gemälde von Pablo Picasso, das zur Sammlung der Pinakotheken in München gehört, nicht als Raubkunst vor der sogenannten Limbach-Kommission verhandelt wird. Darum hatten die Erben der ursprünglichen Eigentümer, die Nachfahren der jüdischen Bankiersfamilie Paul von Mendelssohn-Bartholdy, in ihrer Petition gebeten. Die Fraktionen der CSU und der Freien Wähler lehnten das Ersuchen gemeinsam ab, begründeten allerdings gleichzeitig eine Initiative, mit der man den Bund in die Pflicht nehmen will, ein verbindliches Raubkunst-Gesetz zu schaffen.

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