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Philosophie:Hin zur wirklichen Wirklichkeit

John Searle

John Searle, Jahrgang 1932, ist Professor für Philosophie an der University of California, Berkeley

(Foto: oh)

Wir sehen die Dinge, wie sie sind, behauptet keck und klug John R. Searle.

Zuletzt, 2010, hatte der herausragende amerikanische Philosoph John Searle mit dem Band "Making the Social World" ("Wie wir die soziale Welt machen") die Seinsweise, die Ontologie menschlicher Setzungen und Institutionen zu klären unternommen; wie es etwa dazu kommt, dass ein bedrucktes Stück Papier Kaufkraft besitzt. Jetzt, 2015, mit 83 Jahren immerhin, legt Searle in Anlehnung an seine vor 32 Jahren erschienene Abhandlung "Intentionalität" eine Theorie der Wahrnehmung unter dem Titel "Seeing Things As They Are" vor, die rigoros mit der seit drei Jahrhunderten dominierenden Repräsentationstheorie abrechnet. Dieser Theorie zufolge sind uns die Dinge oder Verhältnisse in der Welt allein durch Stellvertreter oder Zwischenglieder gegeben. Diesem, wie man sagen könnte, indirekten Realismus, den Searle als Bad Argument geißelt, setzt er einen direkten oder naiven Realismus entgegen: Wir sehen die Dinge, wie sie sind, wie es der Titel seines neuen Buches sagt.

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