Vermutlich gäbe es wieder ein Publikum für Sätze wie diese: „Während das Feuer in aufrechter Lohe durch die luftige Bodenöffnung emporschlug, trat Jenatsch, die Tote im Arm, aus dem Wohnraum in die flackernde Halle. In seiner Rechten leuchtete das lange Schwert, auf dem linken Arme trug er, als spürte er die Last nicht, seine Tote, deren stilles, sanftes Haupt ihm wie geknickt an der Schulter ruhte.“ Vielleicht verspürte jemand einen Mangel an Adjektiven, vielleicht könnte die Begeisterung für leuchtende Schwerter, vielleicht ließe sich ein Leser verführen, durch die Nähe dieses Idioms zur Sprache der Fantasy, einen Roman aus dem Jahr 1876 zu lesen.
BiografieFürchterliche Bluttaten, ruchloser Verrat
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Conrad Ferdinand Meyer war der Starautor des späten 19. Jahrhunderts. Eine brillante Biografie von Philipp Theisohn untersucht, wer dieser Schriftsteller tatsächlich war – und entdeckt einen ungeheuren Stoff.
Von Thomas Steinfeld
