„Im Alter von elf Jahren habe ich zu schreiben begonnen“, hat er einmal gesagt. Und als dann nicht klar war, was aus dem Jugendlichen werden sollte, dem die Familie nicht recht traute, verbrachte er seine Lehrjahre im Fotoatelier. Die Worte und die Bilder rückten zusammen. So wurde er früh beides zugleich, Schriftsteller und Fotograf. Eines seiner schönsten Bücher heißt „Etwas Licht“ (1999), eine Einführung in das Werk des Schwarz-Weiß-Fotografen Nádas, durchsetzt mit autobiografischen Miniaturen, darunter ein Rückblick auf seine Geburt am 14. Oktober 1942 im jüdischen Krankenhaus in Budapest. Es ist eine Doppelbelichtung in Prosa, in der seine Mutter in den Wehen liegt und er zur Welt kommt, während gleichzeitig in der heutigen Westukraine ein deutsches Sonderkommando einen Massenmord an Juden verübt.
LiteraturGroßmeister des Erzählens
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Péter Nádas, ungarischer Schriftsteller und Fotograf, in der Akademie der Künste.
Carsten Koall/picture alliance/dpaKaum jemand hat Europas Erinnerungen, Brüche und Abgründe so genau vermessen wie er: Der ungarische Schriftsteller und Fotograf Péter Nádas ist im Alter von 83 Jahren gestorben. Ein Nachruf.
Von Lothar Müller
